Dienstag, 30. Juli 2013

Grillunfälle: So können sie verhindert werden

Köln (ots) - Egal ob im Park, am Strand oder bei einer Gartenparty - im Sommer gehört Grillen zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten. Leider nimmt das Grillvergnügen verhältnismäßig oft einen dramatischen Ausgang. Rund 4.000 Grillunfälle verzeichnet die Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin jährlich bundesweit. In den meisten Fällen sind flüssige Brandbeschleuniger der Auslöser. Werden sie auf bereits entzündete Kohle gegossen, kommt es zu gefährlichen Verpuffungen. Ebenso kann eine aufkommende Böe eine Stichflamme entfachen. "In jedem Fall sollte der Grill kippsicher im Windschatten aufgestellt werden", erklärt Michael Jörn, Sicherheitsexperte von TÜV Rheinland, und fügt hinzu: "Sind Kinder anwesend, müssen die Eltern darauf achten, dass die Kleinen mindestens drei Meter vom Grill entfernt spielen."

Vorausschauende Hobbygriller benutzen Schutzhandschuhe, lange Grillzangen und platzieren Löschmittel in Reichweite. "Nicht vergessen: Bei einem Fett-Brand ist Wasser nutzlos. Die Flammen müssen erstickt werden. Das geht am besten mit einer Löschdecke oder unter einem nichtbrennbaren Grilldeckel", so Michael Jörn. Im Weiteren empfiehlt der Experte, beim Verlassen des Grillplatzes darauf zu achten, dass das Feuer wirklich aus ist beziehungsweise die Kohle mit einer Grillhaube abzudecken. Je nach Windrichtung besteht sonst die Gefahr einer Rückentzündung.

Laut Michael Jörn können Grillunfälle durch korrektes Verhalten zu 100 Prozent vermieden werden. Kommt es doch zu einer Verbrennung, ist schnelle Hilfe gefragt. Dr. Wiete Schramm ist Gesundheitsexpertin bei TÜV Rheinland und ergänzt: "Kleiderbrände müssen sofort gelöscht werden. Entweder die Flammen mit Wasser übergießen, mit einer Decke ersticken oder das Opfer auf dem Boden rollen." Kleinflächige Verbrennungen können zur Schmerzlinderung sofort unter fließendes Wasser gehalten und gekühlt werden. Eiskaltes Wasser unter 15 ºC ist nicht geeignet, da es im Gegenzug Erfrierungen verursachen kann. Ein Arzt ist nach eigenem Ermessen aufzusuchen. Sind die Verbrennungen allerdings größer als eine Handfläche oder haben sich sogar Brandblasen gebildet, ist der Arztbesuch ein Muss. "Wichtig ist es, die Brandblasen keinesfalls aufzustechen, da es sonst leicht zu einer Infektion kommen kann", so Dr. Wiete Schramm. Auch Hausmittel wie Öl, Butter oder Margarine sind laut der TÜV Rheinland-Expertin absolut tabu. Das enthaltene Fett macht alles noch viel schlimmer, da es die Hitze in der Verbrennung hält.

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